FWBO in Deutschland
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FWBO - Gesicht vom Buddha

Foto ©Buddhistisches Zentrum Essen

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Die Kunst, den Dharma zu vermitteln: neue und alte Wege

E ine der großen Begabungen des historischen Buddha scheint die Fähigkeit gewesen zu sein, mit höchst unterschiedlichen Menschen zu kommunizieren. Der Buddha zählte zu seinen Schülern Könige, hochgebildete Brahmanen, einfache Bauern, Bettler und Prostituierte – und es gelang ihm für jeden die passende Sprache zu finden. Er beherrschte philosophische Lehrreden ebenso wie eine mythische Bildersprache oder praktische Gleichnisse aus Politik und Landwirtschaft.

Die Fähigkeit, die buddhistische Lehre – den Dharma – in Worte und Formen zu fassen, die möglichst viele verschiedene Menschen erreichen, wurde zu allen Zeiten geschätzt. Auch im FWBO ist uns dies ein wichtiges Anliegen: Wir möchten den Dharma so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen und sind auch bereit, dafür unkonventionelle Wege einzuschlagen.

Unsere Stadtzentren sind sicherlich unser wichtigstes Angebot an die Öffentlichkeit. Hier kann jeder Interessierte meditieren lernen und den Buddhismus kennen lernen. Der FWBO hat aber auch eine Reihe anderer, teils recht ungewöhnlicher Ansätze entwickelt, um Menschen für den Buddhismus zu interessieren. Einige davon können Sie in den Untermenüs kennen lernen.

Buddhistische Stadtzentren des FWBO


Die meisten Menschen begegnen dem Buddhismus erstmals persönlich, indem sie eines Tages durch die Tür eines Buddhistischen Zentrums gehen und einen Vortrag hören oder an einem Kurs teilnehmen. Weltweit gibt es allein im FWBO etwa 120 solcher buddhistischer Stadtzentren oder lokaler Übungsgruppen.

Ein Zentrum des FWBO bietet typischerweise eine ganze Palette an Angeboten – von unverbindlichen "Tagen der offenen Tür" über öffentliche Vorträge und Einführungskurse bis zu regelmäßigen Veranstaltungen für Fortgeschrittene. Gerade die einführenden Veranstaltungen richten sich dabei keineswegs nur an Buddhisten oder solche, die es werden möchten, sondern an jeden, der Interesse hat. Viele Menschen kommen einfach nur zu FWBO-Zentren, um meditieren zu lernen, ohne jegliches Interesse am Buddhismus – und das ist völlig in Ordnung. Man braucht nicht Mitglied zu werden, um an FWBO-Veranstaltungen teilzunehmen. Es steht jedem frei, so viel oder so wenig mitzunehmen, wie man möchte.

Wenn Menschen sich allerdings ernsthafter auf den buddhistischen Übungsweg einlassen möchten, finden sie in einem buddhistischen Zentrum geeignete Rahmenbedingungen dafür. In der Regel bieten Zentren regelmäßige Praxisabende an und Studiengruppen, die sich über längere Zeit mit der buddhistischen Lehre befassen. Oft bildet sich rund um ein buddhistisches Zentrum im Laufe der Zeit eine lebendige Gemeinschaft heraus, die eine Eigendynamik entwickelt: Es bilden sich oft lebenslange Freundschaften und ein Netzwerk gegenseitiger Unterstützung. Aus der Eigeninitiative Einzelner können neue Projekte und Ideen entstehen.

Eine Übersicht der FWBO-Zentren in Deutschland und weltweit finden Sie unter dem Hauptmenü "Zentren".

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Buddha auf der Wiese: Buddhafield

Es gibt viele verschiedene Wege zum Buddhismus, und man kann dem Dharma, der buddhistischen Lehre, an den ungewöhnlichsten Orten begegnen… Wie etwa auf einem der zahlreichen alternativen Open-Air-Festivals in England! Mitten in dieser eigenwilligen Mischung aus Musik, kulturellem Angebot, Spaß und Mystik haben schon Tausende von Menschen im sogenannten "Buddhafield"-Zelt Meditation erlernt und Einführungen in den Buddhismus gehört.

Buddhafield ist ein Team von Menschen innerhalb des FWBO, die sich zu alternativen Lebensformen hingezogen fühlen und die Nähe zur Natur suchen. Das Projekt 'Buddhafield' begann Ende der Achzigerjahre, als einige FWBO-Praktizierende erstmalig das Experiment wagten, beim riesigen "Glastonbury-Festival" Meditation und Buddhismus zu unterrichten. Seitdem hat sich Buddhafield weiterentwickelt und eine Palette verschiedener Aktivitäten hervorgebracht, mit denen auch viele Menschen erreicht werden, die sonst vielleicht nie den Weg in ein buddhistisches Stadtzentrum finden würden:

Camping-Retreats – Buddhafield bietet im Sommerhalbjahr ein eigenes Programm von Retreats (Meditationszeiten) an. Inmitten schöner Naturgebiete zelten die TeilnehmerInnen und alle Aktivitäten finden unter freiem Himmel oder in Zelten statt. Ein respektvoller Umgang mit der natürlichen Umgebung und ein einfaches Leben sind ein wesentlicher Teil der Retreaterfahrung. Das Angebot reicht von einführenden Meditationszeiten über kinderfreundliche Retreats bis zu intensiven Schweigeretreats für Erfahrene. Auch Retreats mit besonderen Themenschwerpunkten werden angeboten, wie z.B. "Buddhismus und Ökologie" oder "Mit den Elementen leben".

Festivals – Ein Teil des Buddhafield-Teams bietet auf verschiedenen alternativen Festivals in ganz England Einführungen in Meditation und Buddhismus an. Mit ihrem Buddhafield-Café, einem eigens gebauten Spezialzelt mit Kücheneinrichtung, versorgen sie die Festivalbesucher mit gesunder vegetarischer Kost.

Buddhafield-Festival – Seit 1999 organisiert Buddhafield jährlich ein eigenes Festival ("freundlich, öko-verträglich, drogen- und alkoholfrei"), eine Art großes buddhistisches Open-Air-Fest, das Spielerisches und Ernsthaftes, Experimentelles und Rituelles miteinander verbindet. Das Festival zieht mittlerweile über 2000 Teilnehmer an, und neben buddhistischer Meditation und Ritual stehen allerlei andere Angebote auf dem Programm: Musik, Tanz, Qi Gong, Diskussionen, Cafés, Verkaufsstände, Workshops, ein Kinderprogramm, Kino, Schauspiel, Kunst, Handwerk, Yoga, Tai Chi, alternative Heilmethoden… (s. Zeitungsartikel der Wellington Weekly News)

Buddhafield/Q – unter diesem Namen hat das Buddhafield-Team einen "Outreach"-Zweig gebildet und experimentiert mit verschiedenen Formen gesellschaftlichen Wirkens. Bislang gehörten dazu: Besuch alter heiliger Stätten Englands (wie etwa die Steinkreise, von denen Stonehenge der bekannteste ist), um dort mit Meditation und Ritual friedensstiftend zu wirken; Straßenretreat; Schulbesuche; Dharma-Yatra, d.h. Friedensmärsche, die bis zu mehreren Wochen dauern und eine Art von Gehmeditation darstellen; Meditation als Aktivismus, wie z.B. 2004 als Menschen aus Protest gegen eine Waffenmesse Meditationen in Londons U-Bahnen organisierten.

Landschaftsschutz – Buddhafield hat kürzlich 20 Hektar Land bei Broadhembury erworben und begonnen, das verwahrloste Gebiet in ein natürliches ökologisches Gleichgewicht zurückzuführen. Nach Gesichtspunkten der Permakultur soll hier ein nachhaltiger Lebensraum mit einem vielfältigen Ökosystem geschaffen werden. Buddhafield möchte im Laufe der Zeit auch in anderen Teilen Englands Land erwerben und mit diesen Projekten einen Beitrag zu einer öko-verträglichen Kultur in Großbritannien leisten.

Sein Grundanliegen bei all diesen Aktivitäten hat Buddhafield in einer Art Mission-Statement zusammengefasst:

Buddhafield – unsere Vision

Buddhafield ist eine Gemeinschaft von Männern und Frauen, die ihr Leben dem spirituellen Pfad des Buddha gewidmet haben. Wir sind Teil der übergreifenden Gemeinschaft des FWBO, der selbst wieder Teil der weltweiten buddhistischen Tradition ist.

Wir fühlen uns zur Natur als dem primären Kontext für unser Leben und unsere Übung hingezogen – zur Schönheit der Natur, zur lebendigen Erfahrung von wechselseitiger Verbundenheit, die sie uns vermittelt, zu den alten heiligen Stätten und Landschaften um uns herum. Darum möchten wir Naturschutzgebiete und geweihte Plätze schaffen, zu unserem eigenen Nutzen und dem anderer. Wir möchten ein schlichtes Leben auf dem Land führen, nur so viel Technik wie nötig verwenden und in allem, was wir tun, bestmögliche Praxis vorleben.

Wir leben gemeinschaftlich und streben an, alle Aspekte darin einzuschließen: Arbeit, Spiel, Übung und unsere ökonomischen Bedürfnisse zusammenzuführen; empfänglich zu sein für unsere eigenen Erfahrungen wie für die anderer, und als Sangha zu leben, indem wir ein Buddhaland zu unserm Wohle und dem aller Wesen bauen.

Weil wir an den universellen Wert des Dharma glauben sowie an die dringende Notwendigkeit einer harmonischeren Beziehung zur Natur, möchten wir andere in unserer Gemeinschaft willkommen heißen und aktiv auf sie zugehen, indem wir den Dharma lehren und unsere Inspiration, unsere Erfahrung und unsere Werte mit anderen teilen.

Sarva Mangalam – Mögen alle Wesen glücklich sein!

Die eigene Webseite von Buddhafield finden Sie unter www.buddhafield.com

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Alt und doch ganz neu: Buddhismus in Indien

Obwohl Indien die Geburtsstätte des Buddhismus war, starb er vor etwa 800 Jahren dort nahezu völlig aus. Erst im vergangenen Jahrhundert erfuhr der Buddhismus in Indien eine spektakuläre Wiederbelebung, als in den 50er-Jahren Hunderttausende von Menschen im Rahmen von Massenkonversionen zum Buddhismus übertraten. Heute gibt es in Indien über zehn Millionen Buddhisten, von denen die meisten vormals "Unberührbare" waren, also Menschen auf der untersten Stufe der gesellschaftlichen Rangordnung. Um zu verstehen, was für diese Menschen der Buddhismus bedeutet, muss man die tiefgreifende Wirkung des traditionellen hinduistischen Kastensystems begreifen.


Der Hintergrund – das indische Kastensystem

Das hinduistische Kastensystem – ein "System abgestufter Ungleichheit" – spaltete jahrtausendelang die indische Gesellschaft. Die soziale Schicht oder Kaste, in die ein Mensch hineingeboren wurde, betrachtete man als sein verdientes Schicksal und seine Rolle und sein Wert waren dadurch lebenslang festgelegt. Die sogenannten "Unberührbaren" standen sogar noch unterhalb des ganzen Kastensystems und wurden so gering geachtet, dass jeder Kontakt mit ihnen, wie etwa das Teilen eines Brunnens, als 'verseuchend' galt. Bildung, Religion und die grundlegendsten Menschenrechte wurden ihnen verwehrt. Sie galten als Abschaum der Gesellschaft.

Als Indien politisch unabhängig wurde, stieg ein Mann namens Dr. Bhimrao Ambedkar zum politischen Vorkämpfer für die Rechte der Kastenlosen auf. Ambedkar entstammte selbst einer "unberührbaren" Kaste, doch es gelang ihm mit außerordentlicher Begabung und unsagbaren Anstrengungen, sich zu einem der Topjuristen Indiens zu entwickeln. Er wirkte maßgeblich am Entwurf der indischen Verfassung mit, die u.a. das Kastensystem abschaffte und alle Inder vor dem Gesetz gleich stellte.

Doch eine Form sozialer Unterdrückung legal abzuschaffen bedeutet noch lange nicht, ihre gesellschaftliche und psychologische Wirkung aufzuheben. Nach zahlreichen vergeblichen politischen Versuchen, das Stigma der Unberührbarkeit auszumerzen, erkannte Ambedkar, dass nur eine radikale Abkehr vom Hinduismus den vormals Unberührbaren langfristig helfen konnte, die tief im Bewusstsein verwurzelte Einstellung von Minderwertigkeit zu überwinden. Im Buddhismus fand er eine spirituelle Tradition, die die Würde und das unbegrenzte Potential jedes Menschen vertrat. Darum verließ er 1956 mit Hunderttausenden seiner Anhänger in einer historischen Konversionszeremonie den Hinduismus und trat zum Buddhismus über.

Die "neuen" Buddhisten Indiens

Für die "neuen" Buddhisten Indiens ist der Buddhismus daher viel mehr als nur eine religiöse Lehre unter anderen. Er ist für sie der Rettungsring, der ihnen zu einem wahren menschlichen Status verholfen hat. Er hat daher für sie eine viel stärkere soziale und politische Dimension als für Buddhisten im Westen.

1978 nahmen einige Angehörige des Westlichen Buddhistischen Ordens (WBO) mit diesen neuen Buddhisten Indiens Kontakt auf. Es zeigte sich schnell, dass qualifizierte spirituelle Unterweisung dringend erwünscht und nötig war. Der FWBO fand in Indien enorme Resonanz und ist dort mittlerweile unter dem Namen Trailokya Bauddha Mahasangha Sahayak Gana (TBMSG) fest etabliert. Etwa ein Viertel des Ordens, also derzeit über 300 Ordensangehörige, sind Inder. Die Dharma-Aktivitäten umfassen wie im Westen vor allem das Unterrichten von Meditation und Buddhismus in zahlreichen Stadt- und Retreatzentren. Um den Buddhismus in diesem, vom Westen so verschiedenen gesellschaftlichen Kontext erfolgreich umzusetzen, müssen aber auch neue Wege beschritten werden.

Besondere Akzente der Dharma-Aktivitäten in Indien

Sozialarbeit - Weil die meisten der indischen Buddhisten aus sozial benachteiligten Schichten stammen, ist soziales Engagement ein wesentlicher Bestandteil ihrer buddhistischen Praxis. In Indien ist Buddhismus viel weniger eine Privatangelegenheit des Einzelnen als im Westen, sondern wird als eine Kraft betrachtet, die auf die gesamte Gemeinschaft positiv und transformierend wirkt. Ein wichtiger Aspekt der FWBO-Gemeinschaften dort sind daher soziale Projekte, die von Kindergärten über medizinische Versorgung bis zu Berufsbildungsprogrammen reichen. (s. auch Karuna-Trust)

Würde stärken – der Buddhismus lehrt, dass jeder Mensch das volle Potenzial für Buddhaschaft besitzt. Um aber wirklich an dieses unermessliche eigene Potenzial glauben zu können, ist ein gewisses Maß an Selbstvertrauen nötig, ein Erleben der eigenen Würde. Der FWBO hat in Indien verschiedene Aktivitäten entwickelt, die gezielt dabei helfen sollen, die tiefverwurzelten Gefühle von Minderwertigkeit zu überwinden: Kulturelle Angebote helfen einer Gemeinschaft, eine eigene Identität und Selbstvertrauen zu entwickeln. Die gezielte Förderung von Kindern und Jugendlichen (durch Kindergärten und schulbegleitende Programme) schafft gute Startvoraussetzungen. Dies wird durch kulturelle Angebote für Kinder ergänzt, wie etwa Zeichen-, Schauspiel-, Rhetorikkurse. Karateunterricht für Kinder und Erwachsene hat sich bewährt, um die eigene Stärke und Standfestigkeit zu erleben. Alphabetisierungsprogramme für Erwachsene helfen, die Grundvoraussetzungen an Bildung zu erwerben.

Frauenförderung - Die Rolle von Frauen und Mädchen war jahrtausendelang von Unterordnung und Minderwertigkeit geprägt. Daher richten sich einige Angebote des TBMSG gezielt an Frauen: Ausbildungsprogramme für Frauen schaffen die Grundlage für wirtschaftliche Unabhängigkeit; besondere Retreats für Frauen vermitteln eine Erfahrung von Autonomie. Allein schon die Tatsache, dass im FWBO und im Orden selbst Frauen und Männer völlig gleichrangig praktizieren, fördert ein radikales Umdenken beider Geschlechter.

Asvagosha – Um auch Menschen zu erreichen, die durch ihr geringes Bildungsniveau keinen Zugang zu Büchern und dergleichen haben, ist die buddhistische Laienschauspielgruppe Asvagosha entstanden. Das Team von Ashvagosha reist in Dörfer und vermittelt buddhistische Werte und Lehren durch Gesang und Theaterspiel. Die gespielten Szenen setzen bei den ganz konkreten Problemen der Menschen an: Alkoholismus, Arbeitslosigkeit oder Gewalt gegen Frauen werden thematisiert und buddhistische Handlungsansätze aufgezeigt.

Die Landbevölkerung erreichen

Um Menschen in ländlichen Gegenden zu erreichen, reisen Ordensangehörige regelmäßig in die Dörfer und nehmen lange Wege in Kauf, um die Menschen vor Ort zuunterrichten.

Nähere Informationen finden Sie (in englischer Sprache) unter: www.karuna.org

Den Buddhismus in die Schulen bringen

Interreligiöses und interkulturelles Lernen ist ein wichtiges Instrument für die Entwicklung von Frieden und Toleranz in der Gesellschaft. Dies sollte bereits bei Kindern und Jugendlichen beginnen. In Großbritannien gehören die großen Weltreligionen bereits ab der Grundschule zum Pflichtlehrplan an allen Schulen. In Deutschland ist dies zwar nicht der Fall, doch angesichts des allgemein gestiegenen Interesses am Buddhismus entscheiden sich immer mehr Lehrer den Buddhismus im Religions- oder Ethikunterricht, meist zwischen der 10. und 12. Klasse vorzustellen.

Im FWBO bemühen wir uns darum, Lehrer bei dieser Aufgabe aktiv zu unterstützen:

Schulklassenbesuche

Die meisten FWBO-Zentren bieten Schulklassen die Gelegenheit, einmal vorbei zu schauen und vor Ort mit praktizierenden BuddhistInnen ins Gespräch zu kommen. Dabei erleben die Schülerinnen und Schüler die besondere Atmosphäre eines buddhistischen Zentrums und haben die Möglichkeit, selbst Meditation auszuprobieren. Oft haben die SchülerInnen bereits im Unterricht einiges über den Buddhismus gehört und kommen mit vorbereiteten Fragen, die sie hier sehr viel praxisnaher besprechen können.

Vor allem aber erleben sie hier "waschechte" Buddhisten, die weder aus einem fremden Kulturkreis stammen noch in anderer Weise besonders exotisch wirken – und erleben so, dass Buddhismus etwas ist, das hier und heute wirklich umgesetzt werden kann. Dass dies eine wertvolle Erfahrung ist, lässt sich an der wachsenden Zahl von Lehrern ablesen, die jedes Jahr aufs Neue mit einer Klasse vorbeikommen. Im Jahr 2002 waren allein im Buddhistischen Zentrum in Essen 810 Schüler zu Gast.

Unterrichtsmaterial

In der Zusammenarbeit mit Lehrern wurde schnell deutlich, dass es großen Bedarf an authentischem, von Buddhisten selbst entwickeltem Unterrichtsmaterial gibt. 1999 produzierte darum ein Team von BuddhistInnen im FWBO das Medienpaket "Buddhismus heute", das seitdem über Medienstellen erhältlich ist sowie an Schulen direkt verkauft wird.

Buddhismus heute - Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe I

Das Medienpaket "Buddhismus heute" behandelt grundlegende Aspekte des Buddhismus - den Buddha, den Dharma und den Sangha. Diese "Drei Juwelen" - der Religionsgründer, seine Lehre und seine Gemeinschaft - sind die zentralen Werte für Buddhisten in aller Welt. Vier Videofilme vermitteln ihre Bedeutung nah am Lebensalltag von Buddhisten in Ost und West. Das begleitende Lehrerhandbuch bietet den Lehrern Hintergrundinformationen und konkrete Anregungen für den Unterricht mit fotokopierbaren Arbeitsblättern und Diskussionsvorschlägen. "Buddhismus heute" ist eine überarbeitete Übertragung aus dem Englischen. Als Vorlage diente das Medienpaket 'Living Buddhism' des Clear Vision Trust.
(Bestellung: über das Buddhistische Zentrum Essen.)

Lehrerfortbildungen

Die meisten Lehrer für die Fächer Religion, Ethik oder Praktische Philosophie haben den Buddhismus im Rahmen ihrer Ausbildung höchstens gestreift. Um dem gestiegenen Interesse am Buddhismus gerecht zu werden, sind daher Fortbildungsmaßnahmen gefragt. Im FWBO wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Schulreferenten bereits einige Fortbildungsveranstaltungen angeboten, in der Regel in Form von Tagesseminaren. Die Inhalte können auf die Vorkenntnisse und besonderen Interessen der Teilnehmer zugeschnitten werden.
(Info: Buddhistisches Zentrum Essen)

Geschichten-Erzählen

"Pathways" ist ein Projekt in Großbritannien, das Geschichtenerzähl-Workshops für Grundschulen und Sekundarstufe anbietet. Mit Methoden der Theaterpädagogik und traditioneller Erzählkunst lernen die Schüler Geschichten aus der buddhistischen Überlieferung kennen. Dabei werden ethische Fragen in spannender Form thematisiert, Szenen werden nachgespielt und laden zum Nachdenken und Mitfühlen ein. Der Erzählstoff umfasst je nach Alter der Schüler Jataka-Geschichten sowie verschiedene Episoden aus dem Leben des Buddha.

Links zu diesem Thema:

Angebote für besondere Zielgruppen

Der Buddhismus richtet sich an alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Rasse, kulturellem Hintergrund, Bildungsniveau etc. Jeder Mensch kann meditieren lernen und die buddhistischen Lehren und Methoden mit Erfolg anwenden.

Um aber tatsächlich Menschen aus den verschiedensten Bevölkerungsgruppen zu erreichen, können spezielle Angebote hilfreich sein. An manchen der größeren FWBO-Zentren werden daher Meditations- und Buddhismuskurse, Tagesveranstaltungen oder Retreats für besondere Interessengruppen angeboten.


Bisher gehörten hierzu etwa:

  • Farbige
  • Schwule und Lesben
  • Menschen aus pflegenden Berufen
  • Junge Leute
  • Aktivisten für soziale Gerechtigkeit
  • HIV-positive Menschen

In solchen Kursen können die besonderen Anliegen der betreffenden Gruppe berücksichtigt werden. Die TeilnehmerInnen haben die Gelegenheit, Aspekte der Meditation oder der buddhistischen Lehre mit Menschen aus einem ähnlichen Erfahrungshintergrund zu besprechen, und daher konkreter auf Fragen ihres spezifischen Alltags anzuwenden.

Solche Veranstaltungen gehören noch nicht zum Standard-Angebot der meisten FWBO-Zentren, sondern entstehen aus der Initiative und den besonderen Möglichkeiten einzelner Lehrender. Grundsätzlich ist es aber unser Anliegen, immer aktiver und – wo nötig – spezifischer auf Menschen aller Bevölkerungsgruppen zuzugehen.

Indirekte Methoden: Kunst und Kultur

"Der Buddhismus wird erst dann fest im Westen verwurzelt sein, wenn er gelernt hat, die Sprache westlicher Kultur zu sprechen." (Sangharakshita)

Der wichtigste "Treibstoff" für spirituelle Übung sind die Emotionen. Emotionen setzen Menschen in Bewegung, sie sind es, die letzten Endes darüber entscheiden, ob ein Mensch etwas tut oder nicht – und viel weniger der Verstand oder Intellekt. Der Buddhismus hat es schon immer verstanden, mit verschiedenen Methoden das reiche emotionale Innenleben der Menschen anzusprechen, und auf dieser Ebene echte Sehnsucht nach spiritueller Entwicklung zu wecken: Rituale, Feste und Hingabeübungen gehören ebenso dazu wie reiche Farben und Formen, visuelle Symbole (wie Buddhafiguren und -bilder), Lautsymbole (wie die Rezitation von Mantras), Kunst und Architektur. Darum wirkte der Buddhismus auch überall, wo er im Laufe seiner Ausbreitung Wurzeln schlug, befruchtend und bereichernd auf die kulturelle Entwicklung.

Kunst zu genießen oder selbst zu erschaffen – in Malerei, Bildhauerei, Dichtung, Musik oder Theater – kann dazu beitragen, die Wahrnehmungsfähigkeit, Sensibilität und damit die Bewusstseinszustände zu verfeinern. Insofern kann Kunst eine wichtige unterstützende Rolle in der spirituellen Übung spielen. Doch gerade in diesem Bereich ist es wichtig, eine Brücke zwischen Ost und West zu schlagen: Wir verfügen im Westen über ein sehr reiches kulturelles Erbe. Es ist die Aufgabe westlicher BuddhistInnen, diesen Reichtum für die spirituelle Übung aufzuschließen. Sangharakshita spricht davon, eine neue buddhistische Kultur zu erschaffen, die authentisch buddhistisch ist und dennoch die Sprache westlicher Kultur spricht.

Im FWBO wird daher großer Wert auf die Pflege von Kunst und Kultur gelegt. Es gibt viele freischaffende Künstler, Musiker und Schriftsteller im FWBO. Manche von ihnen haben traditionelle buddhistische Bildnisse hervorgebracht, die von ihrem Ausdruck her mehr dem ästhetischen Empfinden und den Kunstformen des Westens entsprechen. Andere arbeiten ganz im Rahmen westlicher Kunsttraditionen. Zwei größere musikalische Bühnenwerke entstanden in den vergangenen Jahren, die buddhistische Themen zum Inhalt haben.

In Großbritannien öffneten 1993 zwei buddhistische Kunstzentren ihre Türen: Das London Buddhist Arts Centre sowie das Evolution Arts & Health Centre in Brighton. Neben Ateliers für freischaffende Künstler aus der FWBO-Gemeinschaft werden hier verschiedenste Kurse angeboten, von Zeichnen und Ölmalerei über Tanz und Fotografie bis zu kreativem Schreiben.

"Urthona" ist eine vierteljährlich erscheinende buddhistische Kunstzeitschrift des FWBO. Seit 1992 ist es Urthonas Anliegen, die Künste und die Kultur der Welt aus einem buddhistischen Blickwinkel zu beleuchten, sowie buddhistische Künstler und große Gestalten der Vergangenheit vorzustellen.

Unter dem Namen "Wolf at the Door" bieten zwei Ordensangehörige seit Jahren sehr erfolgreiche Workshops in kreativem Schreiben an. Ihr Anliegen ist es "die Wildheit der Imagination in den Alltag zu bringen" und durch das Wecken von Vorstellungskraft verborgene Energien freizusetzen.

Links zu diesem Thema:

Einige persönliche Homepages von FWBO-Künstlern:

Indirekte Methoden: Körperarbeit

Der buddhistische Übungspfad ist im Wesentlichen ein systematisches Training des Geistes. Direkte Methoden der Arbeit am Geist oder Bewusstsein sind Meditation und Reflexion, doch der Buddhismus kennt auch eine Fülle von "indirekten" Methoden, auf den Geist positiv einzuwirken.

Hierzu gehören auch bestimmte Formen der Körperarbeit. Körper und Geist sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Abgesehen davon, dass körperliche Gesundheit und Vitalität eine gute Basis für die Übung von Meditation darstellen, können Körperübungen dabei helfen, die Aufmerksamkeit zu schulen und allmählich mehr nach innen zu richten. Das gilt besonders für Disziplinen wie z.B. Yoga, Tai Chi oder Karate, die eine große Betonung auf Achtsamkeit und Konzentration bei der Ausführung der Bewegungen legen.

Aus diesem Grund bieten viele FWBO-Zentren als Teil ihres Programms auch Formen der Körperarbeit an. Es geschieht nicht selten, dass Menschen über das Training des Körpers – indem sie lernen nach innen zu spüren und z.B. Blockaden und verschiedene Formen feiner oder grober Energie mehr wahrzunehmen – , überhaupt erst Interesse an inneren Prozessen und an einem Training des Geistes entwickeln. Insofern können körperliche Disziplinen wie z.B. Yoga eine Vorbereitung auf und eine Brücke zur Meditation darstellen.

Zum Beispiel…

  • Eine der an FWBO-Zentren häufiger unterrichteten Formen von Körperarbeit ist Iyengar-Yoga, eine besonders präzise und dynamische Form von Hatha-Yoga. Die Iyengar-Methode fördert Konzentration durch die genaue Arbeit in den Stellungen. Kraftvolle Arbeit in den Übungen setzt Energie frei und erhöht die Widerstandskraft gegen Krankheiten. Entspannung erreicht man, indem man lernt, zugleich kraftvoll und wach zu üben und gleichzeitig innerlich still und gelassen zu bleiben, eine Einstellung, die sich positiv auf Psyche, Alltag, Gesundheit und Arbeit auswirkt.
    Seit 1978 unterrichtet Dharmapriya Iyengar-Yoga und ist damit einer der erfahrensten Iyengar-Lehrer Deutschlands. Er unterrichtet vorwiegend in Deutschland, aber auch in Dänemark, Frankreich, England und Mexiko. Seit 1995 bildet er im Rahmen des Iyengar-Verbandes Yogalehrer in Deutschland aus.
    Informationen zu Terminen etc. finden Sie unter: www.seedwiki.com/wiki/dharmapriya
  • Die FWBO-Zentren in London und Manchester betreiben Gesundheitszentren mit dem Namen Bodywise. Beide werden als "Betriebe rechten Lebenserwerbs" von Teams von BuddhistInnen geführt, obgleich auch nicht-buddhistische Therapeuten hier arbeiten. Von Yoga über Akupunktur, Alexandertechnik und Reiki bis zu Massage bieten die Bodywise-Zentren ein breites Spektrum von Körperarbeit und alternativen Therapieformen an.
    Infos unter: www.bodywisehealth.org (london) und www.bodywisenaturalhealth.co.uk (Manchester)