FWBO in Deutschland
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FWBO - Gesicht vom Buddha

Foto ©Buddhistisches Zentrum Essen

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Sangharakshita – der Gründer des FWBO

D er FWBO wurde 1967 in London vom Ehrwürdigen Sangharakshita gegründet.

Sangharakshita ist gebürtiger Engländer und hatte von Kindheit an einen engen Bezug zum europäischen Kulturgut. Den FWBO gründete er jedoch, nachdem er 20 Jahre in Indien gelebt hatte, davon 18 Jahre als ordinierter Mönch in der Theravada-Tradition. Als er sich entschloss, eine neue buddhistische Tradition ins Leben zu rufen, vereinte er daher zwei wichtige Dinge in sich: eine tiefe und langjährige Erfahrung mit buddhistischer Praxis einerseits und ein inniges Verständnis der westlichen Kultur und Psychologie andererseits. Dies war in jenen Jahren eine überaus seltene Kombination, die es ihm ermöglichte, die buddhistische Lehre in einer Art und Weise zu vermitteln, die bei seinen westlichen Schülern auf offene Ohren traf.

Sangharakshita ist ein vielseitig begabter und interessierter Mensch. Er ist ein gründlicher Kenner und Liebhaber westlicher Literatur und Kunst, er ist Dichter, Lehrer, war Aktivist und ist der Autor zahlreicher Bücher. In den Untermenüs finden Sie eine kurze Biographie von ihm, sowie eine Liste seiner ins Deutsche übersetzten Publikationen. Auf seiner eigenen Homepage www.sangharakshita.org finden Sie (in englischer Sprache) eine Auswahl seiner Gedichte und Artikel.

Eine kurze Biographie von Sangharakshita

Sangharakshita wurde 1925 als Dennis Lingwood in London geboren. Obwohl er anglikanisch erzogen wurde, entwickelte er schon früh ein Interesse an östlichen Kulturen und Philosophien. Mit 16 Jahren wurde ihm nach der Lektüre des Diamant-Sutra klar, dass er Buddhist war. In der London Buddhist Society begegnete er erstmals anderen Buddhisten und begann, sein religiöses Bekenntnis durch Studium und spirituelle Praxis tiefer zu ergründen.

Dann wurde er jedoch zur Armee einberufen, die ihn als Funker nach Sri Lanka und Indien führte. Nach Kriegsende entschied er sich, in Indien zu bleiben, um im Geburtsland des Buddhismus aktiv den Kontakt mit spirituellen Lehrern zu suchen. Doch zu dieser Zeit gab es in Indien nur sehr wenige buddhistische Mönche und schon bald fühlte er sich von den religiösen Organisationen, die er kennen gelernt hatte, enttäuscht. 1947 entschloss er sich darum zu einem radikaleren Schritt und tat das, was man traditionell "in die Hauslosigkeit aufbrechen" nennt: Er vernichtete seine Papiere, färbte seine Kleider in der Tradition der Wanderasketen erdfarben und zog von Almosen lebend durch Indien, um sich ganz der Meditation und dem Studium buddhistischer Schriften zu widmen. Nach zwei Jahren wurde ihm klar, dass diese Lebensform, auch wenn sie eine radikale Form der Entsagung darstellte, nicht die idealen Bedingungen für tiefere Meditation bot. Er entschloss sich darum, die formelle buddhistische Ordination zu suchen.

1949 bat er um Aufnahme in den Theravada Mönchsorden und wurde vom Ehrw. U Chandramani ordiniert, der ihm den Namen Sangharakshita ("beschützt durch die spirituelle Gemeinschaft") gab. Sein Lehrer und Mentor war in dieser Zeit der Ehrw. Jagdish Kashyap, unter dem er in Benares die buddhistischen Schriften studierte.

Ein Jahr später ließ sich Sangharakshita auf Wunsch seines Lehrers im äußersten Norden Indiens nieder, in der Bergstadt Kalimpong, im Grenzgebiet zu Nepal, Bhutan und Sikkim. Sein Lehrer hatte ihn angewiesen, in Kalimpong "zum Wohle des Buddhismus" zu wirken. Diese Anweisung befolgte er 14 Jahre lang mit viel Elan. Er gründete ein Vihara (buddhistisches Kloster) und widmete sich der Übung des Dharma. Er rief eine buddhistische Jugendorganisation ins Leben, war jahrelang Chefredakteur des Mahabodhi-Journals, der Zeitschrift der Mahabodhi-Society, lehrte und publizierte. Ein wichtiger Aspekt seiner Lehrtätigkeit in jener Zeit war die Arbeit unter den "neuen Buddhisten" Indiens, den ehemals Kastenlosen, die ab 1956 zu Hunderttausenden zum Buddhismus konvertierten.

Als in den Fünfzigerjahren der Flüchtlingsstrom aus Tibet anschwoll, siedelten sich in Kalimpong auch einige geachtete Lehrer aus der tibetischen Tradition an. Sangharakshita studierte unter einigen von ihnen, denn er hatte von Anfang an die buddhistische Tradition als eine große Einheit betrachtet und sich nie auf Theravada-Lehren und -Standpunkte beschränkt. 1956 erhielt er die tantrische Initiation von Chetul Sangye Dorje. Zu seinen Lehrern zählt er auch Khachu Rimpoche, Jamyang Khyentse Rimpoche, Dilgo Khyentse Rimpoche, Dudjom Rimpoche, Dhardo Rimpoche und Yogi C.M. Chen, der ihn in die Grundlagen des Ch'an einwies.

Nach zwanzig Jahren in Indien kehrte Sangharakshita 1964 auf Einladung des English Sangha Trusts nach England zurück. Er war gebeten worden, für einige Monate im Hampstead Vihara in London zu lehren. Aus den wenigen Monaten wurden zwei Jahre, und ihm wurde in dieser Zeit deutlich, dass im Westen echtes Interesse am Buddhismus bestand. Insbesondere unter der rebellierenden Jugend der damaligen Zeit erkannte er ein tiefes Bedürfnis nach Spiritualität und neuen Werten. Nach einer kurzen Rückkehr nach Indien, um sich von seinen Lehrern, Schülern und Freunden zu verabschieden, siedelte er endgültig nach England um. Da er in den damals bestehenden buddhistischen Organisationen Englands nicht die geeigneten Voraussetzungen sah, um den Buddhismus einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und auch junge Menschen anzusprechen, gründete er 1967 in London die Freunde des Westlichen Buddhistischen Ordens und 1968 den Westlichen Buddhistischen Orden selbst. Dies betrachtet er als sein wichtigstes Werk.

Viele Jahre lang war die Führung des FWBO und des WBO sein Hauptwirkungsfeld. Er hielt Hunderte von Vorträgen, unterrichtete Meditation, leitete Studienseminare und gab seinen Schülerinnen und Schülern persönliche Anleitung und Begleitung. Obgleich er schon früh darauf bedacht war, seinen Schülern Verantwortung zu übertragen und den Orden allmählich von sich unabhängig werden zu lassen, dauerte es dreißig Jahre, bis er sich aus seiner Führungsrolle formell ganz zurückziehen konnte. Im August 2000 übertrug er im Alter von 75 Jahren die Verantwortung für WBO und FWBO einer Gruppe seiner erfahrensten Schülerinnen und Schüler.

Heute lebt Sangharakshita in Birmingham. Sein Augenlicht hat sehr stark nachgelassen und er konzentriert sich vor allem auf persönliche Begegnungen mit Menschen. Auch wenn er kaum noch öffentliche Unterweisungen gibt, arbeitet er weiter an neuen Publikationen, hält den Kontakt mit vielen seiner Schülerinnen und Schüler und besucht gelegentlich immer noch gerne buddhistische Zentren.