Im FWBO praktizieren: der Einstieg
Obwohl die meisten lokalen FWBO-Gruppen ihrer juristischen Form nach eingetragene Vereine sind, kann man im FWBO nicht im formellen Sinne "Mitglied" werden. Es gibt keine Mitgliederlisten, Mitgliedergebühren oder ähnliches. Man kann an Veranstaltungen des FWBO so oft oder so selten teilnehmen, wie man möchte, ohne jegliche Verpflichtungen einzugehen.
Foto ©Buddhistisches Zentrum Essen
Für Menschen, die bereits regelmäßiger kommen, bieten wir weiterführende Angebote an. Viele Menschen kommen über Jahre immer wieder und ziehen offensichtlich Nutzen aus dem Gelernten, ohne je den Wunsch zu hegen, sich zum Buddhismus zu bekennen oder mit dem FWBO eine verbindlichere Beziehung einzugehen.
Andere empfinden nach einer gewissen Zeit das Bedürfnis, einen deutlicheren Schritt zu vollziehen und dem Buddhismus einen ausdrücklicheren Platz in ihrem Leben zu geben. Wer das möchte, dem steht es offen im FWBO "Mitra" zu werden. Das Sanskrit-Wort Mitra bedeutet einfach Freund/Freundin, der Betreffende bringt damit also zum Ausdruck, dass er sich mit dem Westlichen Buddhistischen Orden freundschaftlich verbunden fühlt. In einer kleinen Zeremonie und im Beisein einiger Menschen aus der Gemeinschaft bringt der oder diejenige dann dem Schrein die drei traditionellen Opfergaben dar – eine Blume, eine Kerze und ein Räucherstäbchen. Später rezitiert er oder sie mit den anderen gemeinsam die Formel der "Zufluchten und Vorsätze".
Mit diesem einfachen Ritual bringt man drei Dinge zum Ausdruck: Erstens erklärt man sich damit zur Buddhistin bzw. zum Buddhisten. Zweitens erklärt man, dass man die fünf grundlegenden ethischen Vorsätze des Buddhismus üben möchte: Nicht absichtlich zu töten oder zu verletzen; nichts zu nehmen, was einem nicht gegeben wurde; in sexuellen Beziehungen niemanden auszubeuten oder zu verletzen; nicht unwahrhaftig zu sprechen; und keine den Geist trübenden Substanzen zu konsumieren. Drittens bringt man damit zum Ausdruck, dass man den FWBO als konkreten Kontext für die weitere buddhistische Übung wählt.
Für Mitras gibt es an den meisten Zentren besondere Angebote, vor allem längerfristig angelegte Studiengruppen, besondere Retreats u.ä.
Wer unsere Programme aufmerksam liest, wird bemerken, dass viele – wenn auch keineswegs alle – der Angebote für Fortgeschrittene entweder für Frauen oder für Männer ausgeschrieben sind. Das gilt insbesondere für Studiengruppen und für intensivere Retreats. Das mag zunächst verblüffen, doch die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Menschen es in Abwesenheit des anderen Geschlechts leichter finden, sich zu entspannen und emotional zu öffnen. In einer reinen Frauen- bzw. Männergruppe kann es leichter fallen, alte Rollen loszulassen, Vertrauen zu entwickeln und einfach aufrichtig man selbst zu sein. Außerdem können Frauen und Männer manchmal recht unterschiedliche Herangehensweisen an ihre Praxis haben oder andere Schwerpunkte setzen. Darum ist es auch so wichtig und erfreulich, dass im FWBO unter den Lehrenden sowohl Frauen als auch Männer vertreten sind.