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Vom Lernen und vom Lehren
– oder: Wo sind die Gurus?

FWBO - Wo sind die Gurus?

Wo sind die Gurus?

Foto © Alokavira / Timm Sonnenschein

Der FWBO kennt keine formelle "ekklesiastische" Hierarchie. Sogar der Orden selbst hat kein offizielles spirituelles Oberhaupt. Doch auch wenn Lehrer-Schüler-Beziehungen nicht formell geregelt sind, bilden sie einen unerlässlichen Teil buddhistischer Übung.

Im FWBO werden zwei Dimensionen von spiritueller Freundschaft unterschieden: sogenannte "horizontale Freundschaften" mit Übenden auf dem etwa gleichen Erfahrungsniveau und sogenannte "vertikale Freundschaften" mit Menschen, die in ihrer spirituellen Übung erfahrener sind. Erstere sind wichtig, weil sie ein wertvolles Netz gegenseitiger praktischer und moralischer Unterstützung bieten. Freundschaft der zweiten Art wird in den buddhistischen Schriften "Kalyana Mitrata" genannt (Sanskrit, wörtl.: Edle Freundschaft). Kalyana Mitras können Anleitung und Führung geben und schon allein dadurch, dass sie selbst ein lebendiges Vorbild für buddhistische Praxis sind, den Übenden ermutigen und inspirieren.

Im FWBO ermutigen wir das Entstehen solcher Kalyana Mitra-Beziehungen, aber wir legen Wert darauf, dass sie aus echten menschlichen Beziehungen wachsen und nicht rein formellen Charakter haben. Einem Übenden kann daher niemals ein Lehrer oder eine Lehrerin "zugewiesen" werden, sondern das Lehrer-Schüler-Verhältnis wächst allmählich und in natürlicher Weise in dem Maße, in dem sich Vertrauen und Respekt bilden. Meist knüpfen Übende solche Kontakte mit mehreren Ordensangehörigen, so dass sich statt einer einzigen, exklusiven Lehrer-Schüler-Beziehung eher eine ganze Bandbreite von unterschiedlichen, hilfreichen Beziehungen entwickelt.

In Vorbereitung auf Ordination ist es möglich zwei Kalayana Mitras um ein verbindlicheres Band zu bitten. Bei gegenseitigem Einverständnis wird dies dann in einer kleinen Zeremonie formell besiegelt, und die beiden Kalyana Mitras nehmen dann eine aktivere spirituelle Begleitung des jeweiligen Übenden auf.